Startseite
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 



  Letztes Feedback



http://myblog.de/literaturzumfruehstueck

Gratis bloggen bei
myblog.de





Was will uns der Autor damit sagen..

„Was will uns der Autor damit sagen?“... Egal ob, Songtexte, Gedichte oder Buchabschnitte. Immer wieder kam die Frage nach der Aussage des Autors auf. Ob ich hierzu immer eine passende Antwort parat hatte, kann ich gar nicht genau sagen. Das liegt aber nicht unbedingt an die schwindenden Erinnerungen an den Deutschunterricht, sondern viel mehr daran, dass jeder meiner Mitschüler eine andere Meinung zu dieser Frage geäußert hat. Eines jeden Deutschunterrichts ist die Interpretation der Intention des Autors Inhalt. William K. Wimsatt und Monroe C. Beardsley schreiben in „Der internationale Fehlschluss“, dass ein Autor mit der Veröffentlichung seines Werkes das besondere Verhältnis zu ihm verliere, da es zum Besitztum der Öffentlichkeit werde. Genau das zeigt mir rückblickend mein Unterricht. Schließlich war die Aufgabenstellung passend zu der Frage nach dem Autor immer eine Analyse. Jeden gelesenen Text habe ich in Einleitung, Hauptteil und Schluss gegliedert. Jedes Symbol, jede Metapher und jede Paraphrase habe ich raus geschrieben, sie mir durch den Kopf gehen lassen, teilweise stundenlang darüber nach gedacht, was der Autor mit dem jeweiligen rhetorischen Mittel vermitteln möchte. Aber ob er selbst, seine Texte auch so gegliedert hätte und ob er wirklich den selben Sinn in meinen interpretierten Textstellen gesehen hat, weiß ich nicht. Aber darauf hatte er nun auch keinen Einfluss mehr. Die Autoren Wimsatt und Beardsley unterscheiden die Interpretation eines Textes zwischen textinternen und textexternen Hinweisen. Das Textinterne seien die Semantik und die Syntax durch unsere Kenntnis der Sprache und die Grammatik. Das Textexterne sei nicht Teil des Werkes, sondern Enthüllungen, wie und warum der Autor den Text verfasst hat. Vielleicht hilft wirklich genau das bei der Überlegung, was beispielsweise ein Gedicht aussagen soll. Aber war meine Herangehensweise deshalb falsch? Ich denke, die Interpretation eines literarischen Werks ist nunmal kein Kochrezept. Natürlich können uns die Lehrer fragen, was der Autor wohl mit seinem Werk sagen möchte. Aber das heißt nicht, dass sie Die eine Antwort bekommen werden, denn was die wirkliche Aussage ist, werden wir nie erfahren. Betrachtet man es aus der Sichtweise der Autoren des internationalen Fehlschlusses, würde man vermutlich etwas ganz anderes in die Aussage hineininterpretieren wie mein 18 jähriges Ich im Deutsch-LK. Vielleicht ist aber auch gerade Das das, was die Lehrer eigentlich von uns wollten. Eine gewisse Kreativität, eine Auge für die wirklich wichtigen Stellen und ein Interpretationsgeschick, was jeder Mensch anders entwickelt. Das würde erklären, warum wir damals teilweise mit komplett unterschiedlichen Lösungsansätzen die selbe Punktzahl für eine Interpretation bekommen haben.
28.10.14 19:38
 


Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung